Kneipentour - Waypoint FitfyNine
Kurzgeschichte: »Die himmlischen Schwestern« von Jessie Weber
 
Herausgeber: Günther Kienle & Jörg Fuchs Alameda
Cover: Christine Schlicht
Genre: Science-Fiction
Verlag: Leseratten
ISBN: 978-3-945230-49-7
Preis: E-Book 9,99 €, Softcover 20,00 €
Status: Werbung | Rezensionsexemplar
Drei Worte: Schräg, witzig, abgefahren

Du hast Lust auf einen Tag voller abgefahrener Geschichten in der Weltraumkneipe Waypoint FiftyNine?
Dann tritt ein, nimm Platz und lass dich in witzige, skurrile und wilde Berichte verwickeln. Mach Bekanntschaft mit pupsenden Einhörnern, haarigen Typen und seltsamen Gestalten.
Lieber ein Bier oder ein FiftyNiner? Hier kommt deine Bestellung!

Veröffentlicht am 19.09.2020 von Wortklecks

Weltraumkneipentour - Waypoint FiftyNine mit Jessie Weber

Waypoint

Was habe ich mir nur dabei gedacht, als ich diese Geschichte hören wollte? Eine Kneipe mitten im Weltall? Verrückte Gestalten mit mehr als zwei Augen und viel zu vielen Extremitäten? Mit Aussprachen, die nach kotzen klingen und Vorlieben, bei denen ich Reißaus nehmen will?

Und mittendrin eine junge Frau, die aus ihrer Dimension geflüchtet ist?
Sowas kann sich doch kein Mensch ausdenken!

Ich bin auf die Pirsch gegangen und habe die Weltraumkneipe gesucht. Aber die ist gar nicht so leicht zu finden. Stattdessen bin ich bei einer Jessie Weber gelandet, die behauptet, eine der vielen Geschichten genaustens zu kennen. Mehr noch, sie will mir weismachen, sie hätte sie selbst erlebt!

»Blödsinn«, habe ich gerufen und wollte diese Spinnerin schnellstmöglich hinter mir lassen. Aber sie hatte nur gelacht und angefangen ihre abstruse Geschichte mit dem Namen »Die himmlischen Schwestern« vorzutragen. Ich rang mit mir, doch die Neugier siegte und ich kehrte zurück und nahm in einigem Abstand Platz. Sicher war sicher.

Als sie endete waren meine Augen weit geöffnet und ich konnte meinen Ohren nicht trauen.
»Genau so ist es passiert?«
»Ja, genau so. Da saß ich nichtsahnend und völlig harmlos mit meinem Bier, habe gerade noch Sascha, dem Einhorn, zugeprostet, das ich schon aus der U-Files-Anthologie kannte, und plötzlich ging die Dimensionsschleuse auf und - nichts war mehr wie vorher. Besonders Sascha nicht. Tut mir fast ein bisschen leid, der arme Kerl. Andererseits - nein. Er hat bestimmt Spaß und verträgt einiges.«
»Wow. Das ist keine leichte Kost. Sag mir, tragen sich dort immer solch seltsamen Dinge zu?«
»Seltsam? Auf den ersten Blick vielleicht. Aber manchmal, wenn hier auf der Erde alle durchdrehen, kommt es mir vor, als sei das WFN der einzig normale Ort weit und breit. Immerhin kann man sich da so gut wie alles und jeden schön trinken.«
Ich lachte etwas verlegen und wischte mir die feuchten Hände an meiner Jeans ab. Zögernd sah ich sie an und nahm all meinen Mut zusammen.
»Verrätst du mir wie genau ich zur Weltraumkneipe gelange?«
»Also ... um ins WFN zu kommen, wäre zunächst einmal ein behördlich beglaubigter Existenzberechtigungsschein wichtig, aber den besitzt du ja sicherlich, oder? Wir Autor/innen haben fast alle einen, wie du in unseren Biografien am Ende der Anthologie nachlesen kannst. Obwohl - meiner ist gerade ... nun ja ... verschollen. Okay, und mit diesem Schein gehst du dann zu unseren werten Herausgebern Jörg und Günther, die müssen deine erste Anreise genehmigen. Danach wird es dich sowieso immer wieder wie von selbst ins WFN verschlagen. Ich weiß, wovon ich spreche. Ich muss dann auch los. Wir sehen uns am Tresen!«

Völlig verdattert ließ sie mich stehen, winkte fröhlich und war auch schon verschwunden. Existenzberechtigungsschein? Das konnte doch nur ein verrückter Traum sein! Doch meine Abenteuerlust siegte und ich flüsterte zu mir selbst: »Ich danke dir, Jessie Weber. Mögen dich die verrücktesten Geschichten heimsuchen und du immer etwas zu erzählen haben!«

So ihr Lieben, ich bin dann mal weg!

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