Titel: Requiem - Auf die Vergangenheit
Autor/in: Dominik A. Meier
Cover: Nina Döllerer
Reihe: Requiem - Band 1
Genre: Zeitreise-Abenteuer
Herausgeber: Independently published
ISBN: 979-8681818724
Preis: E-Book 2,99 €, Taschenbuch 16,79 €
Status: Werbung | Rezensionsexemplar
Drei Worte: Komplex, Zeitreisen, Krieg

Vulpes ist Legionär und zieht für Rom in den Kampf gegen Germanien.
Als Späher wird er vorausgeschickt, um die Regionen zu erkunden. Doch als er eines Nachts einem Wesen begegnet, das unmenschliche Kräfte besitzt, wird alles woran er glaubt, in ein neues Licht gerückt. Kurz darauf wird er in einen Krieg außerhalb seines Landes und seiner Zeit verwickelt und muss sich mit anderen Kämpfern verbinden, um eine Schlacht aufzuhalten, die erst in der Zukunft stattfinden wird.

Veröffentlicht am 02.12.2020 von Wortklecks

Dominik A. Meier - Requiem - Auf die Vergangenheit

An sich …
… ist die Geschichte sehr spannend gestaltet und verbirgt eine coole Idee. Ein Krieg, der in der Zukunft angefangen hat und sich in der Vergangenheit entfaltet. Höhere Mächte, die Menschen aus allen Zeiten bestimmen, die für sie in die Schlacht ziehen sollen. Kämpfer mit besonderen Fähigkeiten, die sich verbünden müssen, obwohl sie sich als Feinde gegenüber stehen. Eine Zeitlinie, die brüchig erscheint und mit der man nicht spielen sollte. Und eine gänzlich unbekannte Partei, die unbesiegbar scheint.

Doch ...
… mit der Umsetzung habe ich gehadert. Vulpes ist an sich ein sehr interessanter Charakter. Er hat seine Ideale, die er um keinen Preis aufgeben will, aber muss. Seine Welt wird quasi über Bord geschmissen und alles woran er geglaubt hat, wird nichtig.
Seine Gedanken sind oft hilflos, ausführlich und ohne Fortschritt in der Handlung. Außerdem erklärt es selbst jedes Mal seinen inneren Kampf als sinnlos, was mich nach einiger Zeit gestört hat.

Ich mag es nicht, wenn Charaktere alles zerdenken und nicht voran kommen. Wenn sie sich seitenlang in Gedanken verstricken und in ihren Ausführungen verknoten, um sie danach als nichtig zu erklären. Wenn die Spannung und der Fortschritt der Geschichte dadurch zähflüssig werden und es sich immer wieder um dasselbe dreht.
Da haben mir die Kampfszenen deutlich besser gefallen und es war schade, dass der Schwerpunkt nicht auf ihnen lag. Denn das hätte meiner Meinung nach viel mehr zu der Handlung gepasst.

Außerdem war es mir ein Rätsel, wie sich Vulpes noch auf den Beinen halten konnte. Tagelang kein Schlaf, kein Essen, keine anderen Bedürfnisse und dazu kräftezehrende Zeitreisen oder aufregende Kämpfe. Er kommt immer wieder auf die Beine, obwohl er gerade halbtot war und es geht fröhlich weiter des Weges.

Was mich ebenfalls gestört hat war, dass ich als Leser keine Richtung hatte. Keinen Handlungsstrang, an dem ich mich entlang hangeln konnte. Natürlich möchte ich überrascht werden und fiebere bei der Entwicklung mit. Aber wenn jeder Charakter nicht weiß, wohin es geht und keine Ahnung hat, was zu tun ist, stößt das irgendwann an die Grenzen.
Die Frustration und Hilflosigkeit kamen dadurch schnell. Wahrscheinlich sogar vom Autoren gewollt.
Versteht mich nicht falsch. Ich bin immer dafür mitzurätseln und selbst nachzudenken. Ich mag es, wenn ich gefordert werde und den Ausgang nicht weiß. Nur brauche ich dafür auch Hinweise und kleine Happen mit denen ich arbeiten kann. Hier tappte ich nicht nur im Dunkeln, sondern hatte auch noch verschwommene Sicht und einen wackeligen Boden unter den Füßen.
Es wurde zum Ende hin deutlicher und hat mir besser gefallen, da einiges klarer wurde.

Irgendwann ging die Zeitlinie, die Vergangenheit, die Zukunft und die Reisen über mein Verständnis hinaus und ich wusste gar nicht mehr, wer jetzt wie wohin reisen kann. Wieso manches möglich war und anderes eben nicht. Aber ich bin kein Wissenschaftler und habe es dann einfach hingenommen und mich auf die Geschichte konzertiert.

Fazit: »Requiem – Auf die Vergangenheit« von Dominik A. Meier hat starke Ansätze und eine coole Idee. Der Anfang verspricht auch genau das, nur leider konnte mich die weitere Umsetzung nicht so überzeugen. Der Hauptprotagonist verliert sich in seinen Gedanken, die Handlung kommt nur zäh voran und gibt keinerlei Hinweise oder ein klares Ziel. Dadurch verlagerte sich der Schwerpunkt eher auf Vulpes inneren Kampf und nicht auf die Action und die Zeitreisen. Schade, da ich mich wirklich auf die Geschichte gefreut hatte und auch die Nebencharaktere sehr vielfältig fand.

Dominik A. Meier - Requiem
Weitere Titel von Dominik A. Meier
Zurück
Dies & Das

Diesen #bloggersonntag am 18. April geht es um: Damit hätte ich am Anfang nicht gerechnet

Was uns beschäftigt
Wortklecks
Doppelhertz
Verpasse keinen Beitrag

Wenn du keine Beiträge und Rezensionen mehr verpassen möchtest, dann kannst du über den Abonnieren-Button auf dem Laufenden gehalten werden.