Titel: Ruth - Dunkle Träume
Autor/in: Delia Liebkur
Cover: Franziska Haase
Genre: Dark Fantasy
Herausgeber : Independently published
ISBN: 979-8558108651
Preis: E-Book 4,99 €, Taschenbuch 13,64 €
Status: Werbung | Rezensionsexemplar
Drei Worte: Düster, Gedanken, Freundschaft

Ich bin nicht allein in meinem Kopf.
Damit muss Ruth seit ihrer Kindheit leben. Als Geküsste erlebt sie jede Nacht den Tod anderer Menschen in allen Details. Nur mit Kirschkraut ist es ihr noch möglich die Tage zu überstehen und nicht verrückt zu werden.
Doch ihre Alpträume hören nicht auf und sie sieht keinen Ausweg mehr, als sich auf die Suche nach dem Gesichtslosen zu machen, der sie damals mit dem Fluch belegt hat. Selbst wenn das ihren eigenen Tod bedeutet.

Veröffentlicht am 13.12.2020 von Wortklecks

Delia Liebkur - Ruth - Dunkle Träume

Ruth – Eine Frau mit so vielen Seiten
Gerade der innere Kampf von Ruth war ein zentrales Thema, handelt es doch oft von düsteren Gedanken und der Frage ihr Leben zu beenden. Wenn dein Kopf und deine Träume dir nicht mehr gehören und du jeden Tag nur mit Mühe überstehst, dann fragt sich für wen du das tust. Und Ruth muss mehr aushalten, als sich jemand vorstellen könnte. Tausend Tode, die letzten Sekunden, Schmerz, Angst und Verlust ziehen immer wieder an ihr vorbei. Ihre Willensstärke ist enorm. Doch sie kann es nicht mehr aushalten und macht sich auf die Suche nach ihrem Gesichtslosen. Der Bestie, die ihr diese Alpträume beschert und sie immer wieder mit neuen Qualen füttert.
Doch das bedeutet gleichzeitig, dass sie die Mauern hinter sich lassen und ungeschützt durchs Land ziehen muss.

Ruths Reise ist mit Überraschungen gespickt. Sie erfährt mehr über sich selbst und darüber, wie stark der Rückhalt durch ihre Freunde ist. Aber nicht nur das. Ruth bekommt unerwartet Hilfe und stößt auf eine Entdeckung, die alles verändern könnte.

Vor allem finde ich es sehr gut, dass die Autorin die Diversität in der Geschichte gut und glaubhaft platziert. Dass es sich authentisch anfühlte. Genauso wie die Liebesgeschichten - das Anbandeln und die flüchtigen Zärtlichkeiten - die kleinen Hoffnungsschimmer in dieser gefährlichen Zeit.

Delia Liebkur schreibt über eine Welt, die sich schon fast aufgegeben hat. Über Menschen, die Opfer auswählen, um die Bestien zu besänftigen und ihr eigenes Leben zu retten. Und über eine junge Frau, die all das hinter sich lässt um ihren eigenen Alptraum zu finden.
Dabei lernt sie nicht nur etwas über tiefe Freundschaft, sondern auch über Verbundenheit, Opferbereitschaft und der Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Der Schreibstil war oft ruhig mit den richtigen Akzenten. Es gab Action, aber nicht zu viel. Es wurde durchaus brutal und blutig, vor allem verbunden mit Ruths Alpträumen, die nicht nur sie mit Schrecken erfüllt haben.
Hier und da kamen Erinnerungen an glückliche Tage mit eingestreut, an Lachen und Liebe. Die Welt ist dabei eher düster angehaucht, erzählt von Schmerz, Verlust und den Übergriffen.

Obwohl ich die Geschichte wirklich gut fand, fehlte es mir manchmal an Emotionen. Die Welt ist kalt und hoffnungslos, die Menschheit hat schon fast damit abgeschlossen, dass sie nie wieder ohne die Bestien sein wird. Ruth ist gefangen in ihrem eigenen Kopf, lässt kaum etwas zu, außer die Dunkelheit und den Tod. Ihre Emotionen sind durchaus gut dargestellt.
Aber bei den anderen … fehlte mir etwas. Es ist keineswegs frei von Empfindungen, Freundschaft oder Liebe. Vielleicht ist es nur mein Gefühl, dass mir die Nähe zu den Personen fehlte. Dass ich nicht so mitfühlen konnte, wie ich gerne wollte.

Fazit: »Ruth – Dunkle Träume« von Delia Liebkur trumpft mit einem spannenden Setting, einer düsteren Atmosphäre und einer ungewöhnliche Handlung auf. Eine Geschichte voller Abenteuer, Freundschaft und der Macht der Gedanken.

Delia Liebkur - Ruth - Dunkle Träume
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