Titel: Zeig mir das Meer
Autor/in: Alex Sanchez
Zeichner/in: Julie Maroh
Genre: Young Adult
Verlag: Panini Ink
ISBN: 9783741621178
Preis: E-Book 12,99 €, Softcover 16,99 €
Status: Werbung | Leserundenexemplar
Drei Worte: Unsicherheit, Freundschaft, sanft

Jake und seine Mutter leben in einer kleinen Stadt in der Wüste New Mexicos. Doch schon seit er denken kann, fühlt sich Jake zum Meer hingezogen. Seine Sehnsucht nach dem Wasser hat auch mit seinen magischen Fähigkeiten zu tun, die mit jedem Tag stärker werden.
Jake fühlt sich oft verloren und unsicher. Über seine Herkunft und über sich selbst. Wie soll er mit den Gefühlen umgehen, die er für den selbstbewussten Kenny entwickelt? Wie bringt er den Mut auf offen über seine Sexualität zu reden?

Veröffentlicht am 15.06.2021 von Wortklecks

Alex Sanchez - Zeig mir das Meer

Story
Ich mochte den Einstieg und die Perspektive auf Jakes Leben total gerne. Dabei hatte ich genug Zeit mich einzufinden und habe doch schon so viel mitgenommen. Die besondere Beziehung zu seiner Mutter, genauso wie die zu Maria. Die Freundschaft der beiden, die anscheinend nichts erschüttern kann. Die Geheimnisse, die Jake mit sich herumträgt und von denen keiner weiß.
Dieses Gefühl von Familie wurde gleich zu Anfang vermittelt und doch merkt man mit jeder Seite mehr, dass es auch innerhalb der Familie Heimlichkeiten gibt, die viel zu lange zurückgehalten wurden. Was hat es mit Jakes Kräften auf sich? Warum fühlt er sich dem Meer so verbunden, obwohl er nicht einmal schwimmen kann? Wieso weigert sich seine Mutter darüber zu reden?

Die Annäherung von Jake zu Kenny kam relativ schnell, dafür, dass er sich anfangs so den Kopf zerbrochen hat und nicht wusste, wie er ihn ansprechen soll. Sie sind gleich vertraut miteinander. Das hat mich erst irritiert, aber die beiden gehen so gefühlvoll miteinander um, dass es mir vorkam, als würden sie sich ewig kennen. Kenny ist das Gegenteil von Jake. Er ruht in sich, weiß, was er möchte und geht ganz offen mit seiner Sexualität um. Die beiden haben wirklich schöne Szenen miteinander, die sich wunderbar in die Geschichte einfügen.

Charaktere
Ich finde die Darstellung der Charaktere authentisch und abwechslungsreich. Jeder hat sein Päckchen zu tragen. Maria, ihre Wünsche und die Angst, ihren besten Freund zu verlieren. Jake und seine eigenen Gefühle, seine neu entdeckten Kräfte, die Sehnsucht in ihm, die er sich nicht erklären kann. Kenny, der sich selbstbewusst gibt und doch jeden Tag um Akzeptanz und Respekt kämpfen muss. Trotzdem sind viele Szenen mit Humor gespickt.

Ich mag es, dass nicht nur die Liebe, sondern auch die Freundschaft im Vordergrund steht. Dass der Autor so viele wichtige Botschaften vermittelt. Das Gefühl von Zugehörigkeit, genauso wie das Gefühl der Verlorenheit. Dass jeder sein eigenes Tempo hat, um den Mut aufzubringen über den eigenen Schatten zu springen und sich selbst zu finden. Es wichtig ist, seine Freundschaften zu bewahren und ehrlich zu sein und trotz allem zueinander zu stehen, auch wenn man mal sauer oder wütend aufeinander ist.

Stil
Der Zeichenstil von Julie Maroh hat mich sehr begeistert! Manchmal kantig und grob, sodass der Fokus nur auf die wichtigen Szenen geworfen wurde, in anderen Situationen weich und emotional. Gerade in den Gesichtern wurden so viele Gefühle widergespiegelt. Ich konnte die Unsicherheiten spüren, das Zaghafte in manchen Handlungen. Jakes Zwiespalt und die Hemmungen über sich selbst nachzudenken und darüber zu reden, wie er sich fühlt.
Außerdem die Frage mit der sich Jake jeden Tag beschäftigt: wo komme ich her und wer bin ich?

Fazit: Alex Sanchez erzählt in »Zeig mir das Meer« sehr sanft über die erste Liebe, über den Mut zu seiner Sexualität zu stehen und bringt die Magie des Wasser mit ein. Eine Geschichte, die auch ohne Superkraft ausgekommen wäre, aber ihr dadurch etwas magisches und sehnsuchtsvolles gegeben hat. Die Zeichnungen von Julie Maroh unterstützen die Geschichte auf einfühlsame Weise und bringen die Mimik und Emotionen dynamisch zur Geltung.

Alex Sanchez - Zeig mir das Meer
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